NFS Management

NFS (Network File System) ist das primäre Protokoll für den unixoiden Dateizugriff in ONTAP. In dieser Dokumentation werden die Verwaltung von Junction Paths sowie grundlegende CRUD-Operationen (Create, Read, Update, Delete) für NFS-Volumes behandelt.

Übersicht und Monitoring

Junction Paths anzeigen

In ONTAP werden Volumes über sogenannte Junction Paths in den Namespace des Vservers eingehängt. Um die aktuelle Struktur zu sehen:

volume show -vserver svm_nfs-DR -junction

Verbundene Clients prüfen

Vor administrativen Eingriffen (wie dem Unmounten) sollte geprüft werden, ob noch Clients aktiv auf die Daten zugreifen:

# Alle verbundenen Clients des Vservers anzeigen
nfs connected-clients show -vserver svm_nfs-DR

# Zugriff auf ein spezifisches Volume prüfen
nfs connected-clients show -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01

Network Management (LIFs)

Damit NFS-Dienste erreichbar sind, müssen logische Schnittstellen (Logical Interfaces, kurz LIFs) konfiguriert sein.

Die Listening IP ermitteln

Um zu sehen, auf welchen IP-Adressen der Vserver NFS-Anfragen entgegennimmt:

network connections listening show -vserver svm_nfs-DR -service nfs*

Status der Netzwerk-Interfaces (LIFs)

Prüfen, ob die Interfaces "up" sind und auf welchem Node/Port sie aktuell liegen:

network interface show -vserver svm_nfs-DR

LIF migrieren (Failover-Test)

Falls ein Interface manuell auf einen anderen Port oder Node verschoben werden soll:

network interface migrate -vserver svm_nfs-DR -lif nfs_lif01 -dest-node ontap-02 -dest-port e0d

NFS Volumes verwalten

Erstellen eines NFS-Volumes

Beim Erstellen eines Volumes für NFS sollte direkt ein Junction Path mitgegeben werden, damit es sofort erreichbar ist.

volume create -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data02 -aggregate aggr1 -size 100GB -state online -policy default -junction-path /data02

Modifizieren (Größe ändern)

Die Anpassung der Größe kann entweder durch Angabe eines Absolutwertes oder eines Relativwertes erfolgen.

Relative Anpassung (Empfohlen): Statt die neue Gesamtgröße zu berechnen, kann man das Volume einfach um einen Wert erweitern oder verkleinern:

# Volume um 50GB erweitern
volume size -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01 -new-size +50GB

# Volume um 20GB verkleinern
volume size -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01 -new-size -20GB

Absolute Anpassung:

# Volume auf exakt 200GB setzen
volume size -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01 -new-size 200GB

Beim Verkleinern von Volumes (-) muss sichergestellt sein, dass der belegte Platz innerhalb des Filesystems die neue Grenze nicht überschreitet, um Datenverlust oder Filesystem-Fehler zu vermeiden.

Löschen eines Volumes

Ein Volume kann erst gelöscht werden, wenn es offline genommen wurde. Zuvor muss der Junction Path entfernt werden.

volume unmount -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data02
volume offline -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data02
volume delete -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data02

Junction Path Management

Umbenennen eines Pfades

Ein Junction Path kann nicht direkt umbenannt werden. Er muss ausgehängt und unter dem neuen Namen wieder eingehängt werden.

Dieser Vorgang unterbricht den Zugriff für Clients. Führe dies nur durch, wenn keine aktiven Sessions (siehe connected-clients) vorhanden sind oder ein Wartungsfenster besteht.

# 1. Volume unmounten
volume unmount -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01

# 2. Mit neuem Pfad mounten
volume mount -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01 -junction-path /nfs-share -active true

Export Policies (Berechtigungen)

Damit ein Client das Volume tatsächlich mounten kann, muss die IP des Clients in einer Export Policy erlaubt sein.

Regel zu einer Policy hinzufügen

vserver export-policy rule create -vserver svm_nfs-DR -policyname default -clientmatch 10.0.0.0/24 -rorule sys -rwrule sys -superuser sys

Export Policy einem Volume zuweisen

volume modify -vserver svm_nfs-DR -volume svm_nfs_data01 -policy default

Standardmäßig nutzen neue Volumes oft die Policy default. Es empfiehlt sich jedoch, für dedizierte Applikationen eigene Policies zu erstellen, um das Prinzip der geringsten Berechtigung (Least Privilege) zu wahren.